Das ist unser Dorf: Herborn-Seelbach. Es liegt im Lahn-Dill-Kreis im Bundesland Hessen und gehört seit 1977 als Stadtteil zur Fachwerkstadt Herborn. Die Gemarkung liegt im Bereich des "Glahn", eines Teils des Westerwaldes auf einer Höhe von 220 bis 410 m ü. NN.
In einer Urkunde des Klosters Lorsch taucht der Name "Seelbach" im Jahre 772 erstmals auf. Diese Ersterwähnung bezieht sich allerdings auf das Seelbach, welches heute zur Gemeinde Lohra bei Marburg gehört. Unser Seelbach wurde erst später in den nassauischen Urkunden erwähnt.
Um die Jahrhundertwende traten nochmals seuchenartige Erkrankungen in Herborn-Seelbach auf. Es begann 1875/76 mit 12 Toten durch Nervenfieber. 1882 starben 26 Kinder an Scharlach. Es folgten Influenza (Grippe), Typhus, Masern und zuletzt die Ruhr (1918), welche trotz Isolierbaracke auf dem "Gewenn" 54 Todesopfer forderte. Dazu hatte Herborn-Seelbach im ersten Weltkrieg 55 Gefallene zu beklagen.
"Für den Krieg mußte man 1917 auch die 3 Seelbacher Glocken opfern. 1919 erhielt der Kirchturm dann wieder 2 neue Stahlglocken, die von Buderus in Wetzlar gegossen wurden."
Im Jahre 1902 fand unser Dorf Anschluss an die große weite Welt – die Aar-Salzböde Bahn von Marburg nach Herborn wurde eröffnet. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde eine Turnhalle (1926/27), sowie ein Lehrerwohnhaus auf dem Hohenrain (1927) erbaut. Dann begann der 2. Weltkrieg. Wie überall rückten auch die meisten Seelbacher Männer ins Feld. 155 kehrten nicht mehr wieder.
Der Ort selbst bleibt von größeren Kriegsschäden verschont. Nur beim Einmarsch der Amerikaner, am 27. März 1945, wurden einige Gebäude von leichter Artillerie getroffen. Als unmittelbare Kriegsfolge verzeichnete Herborn-Seelbach, durch den Zustrom von etwa 80-90 Evakuierten und Obdachlosen sowie 321 Heimatvertriebenen, einen beträchtlichen Einwohnerzuwachs.
Heute stellt Herborn-Seelbach mit ca. 3900 Einwohnern und einer Gemarkungsgröße von 1326 ha den größten Stadtteil Herborns dar. Unsere Gemeinde ist stolz auf ihre über 20 Ortsvereine. Die Gemeinschaft bei kulturellen und sportlichen Veranstaltungen, sowie bei der jährlichen „Katzenkirmes“ im September, hat unser Dorf wesentlich geprägt.